Carl-von-Ossietzky-Schule 2. BA
Berlin Friedrichshain-Kreuzberg
Das Ziel des Entwurfs ist die Stärkung des Charakters des Schulhofes mit seinen bestehenden Räumen. Durch die verschiedenen Nutzungsangebote und einer verbesserten Erschließung des Schulstandorts an seine Umgebung sowie einem visuellen Leitsystem innerhalb des Schulgeländes werden die bestehenden Räume gegliedert. Das Leitsystem lehnt sich grafisch an die Geländer, als das bestehende prägende Element, in der Farbe Blau, an. Eine differenzierte Möblierung zeigt die verschiedenen Funktionen und Nutzungsmöglichkeiten von Räumen auf. Sie ermöglicht dem Einzelnen Aktivitäten in Gemeinschaft wahrzunehmen oder Rückzugsräume zu nutzen um auch für sich allein zu sein. Das Prinzip ist eine Qualifizierung des Schulhofs durch das Angebot an unterschiedlich nutzbaren Räumen, welche die vielfältigen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen von der Teilhabe an Gruppendynamiken bis hin zur Privatheit gerecht werden. Die bereits geäußerten Wünsche der Schüler, welche zu einer gewollten Stärkung der Identifikation mit der Schule führen wurden aufgegriffen und in den Planung mit einbezogen.
Bewegungsflächen
Die Strukturierung der Bewegungsflächen durch eine Weiterführung der durch TDB Landschaftsarchitektur gestalteten zentralen Achse aus Asphalt ist ein wichtiger Bestandteil des Entwurfs. Dies wird durch Linien verstärkt, welche mit Markierungsfarbe innerhalb des gesamten Schulkomplexes auf den befestigten Flächen aufgebracht werden. So wird eine bessere Orientierung von außen ermöglicht, gleichwohl die verschiedenen Gestaltungsstile und Flächen mit einem übergeordneten System zu einer Einheit zusammengefasst. Neben der Orientierung zwischen wichtigen Punkten auf dem Schulhof bilden die Linien einen spielerischen Mehrwert auf den asphaltierten Flächen. Die Bewegungsflächen beinhalten im südlichen Bereich die Spiel? und Sportflächen mit Tischtennisplatten sowie Sportangeboten, welche aus den Wünschen der Schüler hervorgegangen sind. Es entsteht ein Basketballfeld, mit zwei parallel bespielbaren Feldern im Bereich des bisherigen Beachvolleyballfeldes. Dieses wird in den Bereich des Sportplatzes gelegt, wodurch auch hier ein weiteres Spielangebot entsteht und verschiedene sportliche Aktivitäten gebündelt werden.
Aufenthaltsflächen
Die Gliederung, Abgrenzung und Differenzierung der Aufenthaltsflächen ist ein wesentlicher Bestandteil des Konzeptes. Die Terrassen werden mit Klinker befestigt und bilden Fläche für verschiedene Formen der Kommunikation und Begegnung. Der Grundriss der Gebäude wurde zugrunde gelegt und entsprechend der innenliegenden Funktionen, verschiedene Typologien der Möblierung daraus entwickelt. Diesen aktiven Aufenthaltsmöglichkeiten stehen die passiven Angebote in den grünen Bereichen des Schulhofes entgegen. Diese bieten vorrangig Rückzugsmöglichkeiten für das ruhige Lernen, Entspannen, Genießen der freien Zeit oder freies Spielen.
Vegetationsflächen
Eine wesentliche Qualität des Schulhofes besteht auch in seinem Baumbestand. Dieser wird erhalten und es werden lediglich Bäume gefällt, welche in dem vorliegenden Gutachten (Baumkarte mit Fällvorschlägen) als zu fällende Bäume markiert wurden. Die Bestandsbäume erfüllen unterschiedliche Funktionen, welche bei den Neupflanzungen wieder aufgenommen werden. Lichte Bäume, die dicht an der Fassade stehen, dienen zur Beschattung des Erdgeschosses, während vereinzelte Bäume in der zweiten Reihe Akzente setzen und Schatten für die dortigen Nutzungen spenden. Der Schulhof erhält einen grünen Rahmen. Die Böschung im Süden wird bewusst belassen, jedoch wird die Pflanzfläche etwas reduziert und durch Blühsträucher ergänzt. Hier liegt das Augenmerk auf Bienennähr? und Insektensträuchern, um Biodiversität zu fördern und auch Umweltbildung zu fördern. Es wird eine lockere Pflanzung etabliert, welche Rückzugs? und Spielmöglichkeiten bietet. Dahingegen wird im Bereich des Haupteingangs durch Rodung des Strauchunterbewuchs der Schulhof zum Stadtraum geöffnet und es entsteht analog zum ersten Bauabschnitt eine platzartige Aufweitung des Gehwegbereichs. Der Schulhof erhält im östlichen Bereich einen großzügigen Schulgarten mit vielfältigen Möglichkeiten der gärtnerischen Betätigung für Schüler und Lehrer. Der terrassierte Schulgarten zwischen den Gebäuden an der Hauptachse wird in eine Pflanzfläche mit unterschiedlichen Aspekten für unterrichtsrelevante Themen der Biologie (des angrenzenden Raumes im Erdgeschoss)umgewandelt.