Neugestaltung der Grün- und Freiflächen Palisadenstraße/Koppenstraße 1

Neugestaltung der Grün- und Freiflächen Palisadenstraße/Koppenstraße Berlin Friedrichshain

Der Straßenzug Koppenstraße mit seiner begleitenden Grünfläche und dem Parkplatz hat durch seine Lage an der historischen Karl-Marx-Allee eine hohe Bedeutung als grüne Nahversorgung für Anliegende, Besuchende und Nutzende benachbarter Einrichtungen der öffentlichen Nahversorgung. Aufgrund des hohen Flächenanteils für den ruhenden Verkehr und die daraus resultierenden Effekte auf das Kleinklima durch Aufheizung sowie konfliktreiche Situationen zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmenden, erscheint die Beibehaltung in der derzeitigen Nutzung nicht zeitgemäß und dem historischen Kontext nicht angemessen. Das vorherrschende Bild widerspricht ebenfalls der ursprünglichen Intention der „durchströmenden“ grünen Fugen innerhalb des städtebaulichen Ensembles der Karl-Marx-Allee, welche in regelmäßigen Abständen an dieser angeordnet sind. Die fehlenden Verknüpfungen zwischen den Grünräumen im Bearbeitungsgebiet sollen unter Würdigung des Baumbestandes wiederhergestellt und der motorisierte Individualverkehr eingeschränkt werden. Darüber hinaus soll die erschwerte Durchquerung von benachbarten Stadträumen durch das Gebiet qualifiziert werden, um eine gefahrenarme Erlebbarkeit zu ermöglichen.

Entwurfsidee

Der Stadtraum Koppenstraße/Palisadenstraße als grüne Fuge von der Karl-Marx-Allee aus wahrgenommen und seinem Potenzial durchaus nicht bewusst, wird in seiner internen Struktur als Gelenk zwischen verschiedenen Teilräumen weiterentwickelt. Dabei hilft es, die bereits vorhandene erkennbare Gliederung aufzugreifen und aus den Einzelräumen Kastanienwäldchen, rudimentärer Zwischenraum, Parkplatz, Koppenstraße und Gesundheitsgarten ein Ensemble zu formen, welches in die umliegenden Quartiere ausstrahlt.
Blättergesäumt von schützendem Gehölzdach- und -kulisse umgeben flaniert es sich durch das Kastanienwäldchen. Städtische Geräusche geraten in den Hintergrund und es kann sich an die begleitende Grünstruktur „angelehnt“ und in sicherer Entfernung dem Treiben der anschließenden Stadträume zugeschaut werden.
Der rudimentär vorhandene Zwischenraum zwischen Parkplatz und Wäldchen dient als Auflichtung, welcher langsam in den intensiveren Bereich überführt. Gleichzeitig stellt dieser Ort auch das grüne Gelenk zwischen den verschiedenen Charakteren dar, wendet sich dem Gesundheitszentrum zu und regt so den Austausch mit der flankierenden Koppenstraße an. Aus der Lichtung heraustretend wird der hybride Teilraum aus Quartiers- und Spielplatz - „die Kulisse“ erreicht, welche eine Einladung an die Nachbarschaft ausspricht, sich hier zu treffen.
Als verbindendes und durch den Raum begleitendes Element motiviert der Loop, angestammte Plätze zu verlassen, zwischen den Grünräumen zu wechseln und Begegnungen durch Bewegung zu ermöglichen. Der Loop vereint vieles: er ist vermittelnder Weg zwischen Oase, Lichtung und Kulisse, Spielplatzeinfriedung, Sitzgelegenheit und Aktivitätsband mit Bewegungsnageboten wie z.B. Klimmzugstangen oder Kommunikationsröhren.
Der grün geprägte rückwärtige Aufenthaltsraum im Hof des Gesundheitszentrums wird in seinem Grundcharakter akzeptiert und passt sich in der Gestaltungssprache an den Gesamtraum an. Darüber hinaus werden Rückzugräume für Beratungen oder Gespräche geschaffen, wofür sich die vorhandene Baumstruktur als schützendes Dach anbietet.
Um all diese schönen Angebote sicher erschließen zu können wird auch die Straße umgestaltet. Auf der gesamten Länge des Bearbeitungsgebietes wird die Koppenstraße angehoben, um eine niveaugleiche Vermittlungsebene zwischen den Teilräumen herstellen zu können und der Funktion als erweiterter Spiel- und Willkommensraum gerecht zu werden.
Eine schlüssige Zonierung der Teilräume OASE, LICHTUNG, KULISSE, SPIELBOULEVARD und GESUNDHEITSGARTEN, verbunden mit einem leitenden und aktivierenden Band, dem LOOP sowie die Einbeziehung der durchquerenden und angrenzenden Wegeverbindungen markieren bzw. besetzen den Ort und gewährleisten einen konfliktarmen Umgang aller Nutzenden miteinander. Die dreidimensionale Spielplatzarchitektur gibt dem Gesamtensemble eine alltagstaugliche Struktur und einen Wiedererkennungswert im Stadtgefüge. Sie schafft einen Übergang zu den angrenzenden Wohngebieten und behauptet sich gegen die umgebende Gebäudedominanz.

Auslober:in
Land Berlin, vertreten durch Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg
Wettbewerbsart
Nicht offener freiraumplanerischer Realisierungswettbewerb mit Verkehrsplanungsteil
Bearbeitungszeit
2024